In freundschaftlicher Zusammenarbeit mit

Johannes Hofbauer - Fagott

Wie lange bist du schon Mitglied der Münchner Philharmoniker?
Eigentlich spiele ich schon länger im Orchester der Münchner Philharmoniker: Von 2009-2011 war ich Akademist, ab 2014 hatte ich dann einen Zeitvertrag. Mit dem Gewinn des Probespiels im Januar 2016 und bestandenem Probejahr bin ich nun aber seit Sommer 2016 fixes Mitglied im Orchester der Münchner Philharmoniker.

Hast du vor deinem jetzigen Instrument ein anderes gelernt?
Begonnen habe ich im Alter von 6 Jahren mit der Blockflöte. Meine zweite Flötenlehrerin spielte auch Fagott. Durch sie bin ich mit 8 Jahren auf das Fagott umgestiegen, zuerst ein kleineres, sogenanntes »Fagottino«, später dann das normale Fagott.

Welche Rolle spielt deine Gruppe im Orchesterklang?
Das Fagott hat einen sehr warmen, dunklen Klang. Im Gegensatz zur Oboe mischt sich das Fagott sehr gut, das heißt, es fällt im Orchester klanglich nicht gleich so auf, trägt aber zu einem wunderbaren Gesamtklang ganz entscheidend bei. In der Reihe der Holzbläser ist das Fagott ein ganz wichtiges Instrument, übernimmt es doch in Akkorden meist die Bassfunktion. Und trotzdem gibt es wunderbare solistische Passagen, wo die einzigartigen Eigenschaften des Fagotts hörbar werden; beispielsweise in Korsakows »Sheherazade« oder den verschiedenen Symphonien von Schostakowitsch. 

Was war der Anreiz, dieses Instrument zu erlernen und wann hast du angefangen?
Anreiz war die Begeisterung meiner Lehrerin, die sich übertragen hat und mit 8 Jahren ging es dann los.

Warum engagierst du dich beim Spielfeld Klassik?
Weil mir Kinder und vor allem die Begeisterung von Kindern für die Musik unheimlich wichtig sind. Außerdem bekomme ich musikpädagogische Arbeit im Alltag aus nächster Nähe mit, da meine Freundin unter anderem als Früherziehungspädagogin arbeitet.

Welches Spielfeld Klassik-Projekt findest du besonders wichtig und warum?
Da muss ich natürlich »5 Freunde auf Weltreise« erwähnen: Wunsch war es, alle Instrumente im Orchester den Kindern spielerisch näher zu bringen. Die Holzbläser waren da aber noch nicht wirklich vertreten. So ist das Stück dann entstanden. (Anm. d. Red.: Johannes Hofbauer hat gleich zum neuen Start im Spielfeld Klassik-Team ein neues Programm in der Reihe unserer Kindergartenkonzerte auf die Beine gestellt: »5 Freunde auf Weltreise«)

Welchen Komponisten magst du am liebsten?
Da gibt es viele. Aufgrund der Literatur für das Fagott aber natürlich Schostakowitsch. Und als Münchner Philharmoniker Richard Strauss und Anton Bruckner, wobei letzterer das Fagott eher stiefmütterlich behandelt.

Was machst du als Ausgleich zu deinem Beruf?
Ich koche unheimlich gerne, backe auch leidenschaftlich gerne Brot. Darüber hinaus unternehme ich sehr viel mit meiner Freundin, vor allem sportliche Aktivitäten, wie Skifahren, Mountainbiken, Fußball, etc. Außerdem lese ich sehr gerne.

Was macht deiner Meinung nach einen guten Dirigenten aus?
Liebe zur Musik und Respekt gegenüber der Musik und dem Orchester. Gilt natürlich auch umgekehrt.

Hattest du einen alternativen Berufswunsch und wenn ja, welchen?
Ich habe eine Tourismusschule besucht und mit der Matura abgeschlossen. Das kommt mir heute im Alltag natürlich zu Gute. Berufswunsch gab es aber nie einen wirklich ausgeprägten, die Liebe zur Musik war immer da. Und diese heute beruflich ausüben zu dürfen ist ein riesengroßes Glück!

Welche Musik hörst du privat gerne?
Eigentlich viel Klassik. Ansonsten mag ich es auch ganz gerne einfach mal ruhig.