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5 Wunsch, ein Festival in und für München zu entwickeln, bedeutete natürlich einen immensen Aufwand, aber eben auch eine faszinierende Chance. So werden Energien frei und Impulse wirksam – und das ist doch entscheidend! Er ist ständig unterwegs und dann wieder einige Tage zu Konzertphasen in München. Gar nicht so leicht, da den »Draht« zueinander nicht zu verlieren, oder? Ich bemühe mich, ihn auch außerhalb Münchens möglichst oft persönlich zu sehen, damit wir eine möglichst große Kontinuität in unseren Gesprächen haben. Der Einstieg ist manchmal etwas ganz Alltägliches oder es entwickeln sich kleine »Rituale«. Gergiev ist zum Beispiel engagierter Fußballanhänger und kennt jedes Ergebnis. Er ist großer Fan des FC Bayern, da ist Fußball bei der Ankunft in München automatisch Thema. Das war für mich, der ich nun zugegebener Maßen bisher kein großer Fußballexperte bin, eine neue Herausforderung. Aber ich lerne schnell. Neben dem Mariinsky Theater gibt es inzwischen das Mariinsky II und ein extra Konzerthaus in St. Petersburg. Gergiev hat also viel Erfahrung mit dem Bau von Bühnen. Kann das in München von Nutzen sein? Natürlich. Was er in St. Petersburg aufgebaut hat, ist einzigartig! Er weiß genau, welche Auswirkung derartige Gebäude auf die Entwicklung einer Stadt haben und kennt die politischen und wirtschaftlichen Aspekte, die dahinter stecken. Aber vor allem hat er ein extrem sensibles Gespür für die Dynamik der Musik im Raum und wird nie müde, damit zu experimentieren.


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