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3 Im September 2016 trat Valery Gergiev sein Amt als Chefdirigent der Münchner Philharmoniker an. Der 1953 geborene Dirigent wuchs im Kaukasus auf und hatte zuletzt die Chefposition beim London Symphony Orchestra inne. Als langjähriger Intendant und Künstlerischer Leiter des Mariinsky Theaters in St. Petersburg verhalf er dem Ensemble zu internationalem Ruhm und stiftete Verbindungen in die ganze Welt. Er gilt als Entdecker Anna Netrebkos und ist Initiator, Schirmherr und Mentor zahlreicher Festivals und Nachwuchswettbewerbe wie dem Tschaikowsky Wettbewerb. Dass Musikvermittlung ihm ein großes Anliegen ist, stellte er bei uns schon im November 2015 mit dem Festival MPHIL 360° und dem Dirigat des ersten Jugendkonzerts der laufenden Saison unter Beweis. Aber wer ist Valery Gergiev jenseits der Bühne? Wir wollten mehr über den Menschen und Künstler erfahren und haben dazu Intendant Paul Müller befragt, denn schließlich arbeitet er besonders eng mit ihm zusammen. Die Programme unter der Leitung Maestro Gergievs in der aktuellen Saison sind meist eine Kombination aus deutschem und russischem Repertoire. Möchten Sie mit dieser Planung das Verständnis zwischen neuem Chef und Orchester fördern? Das ist mir natürlich ein großes Anliegen, aber in diesem Kontext nur ein Aspekt von vielen. Valery Gergiev entstammt der russischen Schule und ist durch das russische Repertoire besonders stark geprägt. Gleichzeitig trägt die künstlerische Ausbildung in »Mich fasziniert an der Arbeit mit Valery Gergiev am meisten die Spontaneität und Unberechenbarkeit, mit der er Musik macht. Dadurch ist jedes Konzert ein einzigartiges Erlebnis. Auch wenn wir ein Stück zum zehnten Mal spielen, klingt es dadurch jedes Mal neu.« Manuel von der Nahmer, Cellist der Münchner Philharmoniker St. Petersburg schon verbindende Elemente zur westeuropäischen Tradition in sich und die Stadt steht mit ihrer Architektur geradezu für einen Brückenschlag zwischen den Kulturen, der europäischen und der russischen Tradition. Diese spannungsgeladene Verbindung haben wir in der Programmgestaltung aufgegriffen. Einerseits spiegelt das unser Zusammenwachsen mit dem neuen Chefdirigenten, und andererseits lebt Valery Gergiev das auch in seinem musikalischen Schaffen. Zum Beispiel mit der Gründung der deutsch-russischen Musikakdemie oder wenn er mit dem Mariinsky Orchester und den Münchner Philharmonikern im Festival MPHIL 360° spielt. Sie haben Valery Gergiev ja gekannt, bevor Sie ihn nach München holten. Können Sie sich erinnern, wann Sie ihn erlebten und das erste Mal dachten: »...was für ein außergewöhnlicher Dirigent«? Ja, das war ein Konzert in Los Angeles, ich glaube 1994. Damals arbeitete ich dort und saß mit Ernest Fleischmann, dem langjährigen Intendanten der Los Angeles Philharmonic, im Konzert von Valery Gergiev. Ich


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