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26 »Pass nur auf, sonst bleibt Dir das!« BEGEGNUNG MIT ANDREAS SCHAERER Wir sind es ja gewohnt, dass Künstler sich nicht mehr nur einem bestimmten Fach zuordnen lassen. Barbara Hannigan z.B. singt und dirigiert, einige Dirigenten und Solisten sind großartige Komponisten und immer mehr »klassische« Musiker brillieren auch in ganz anderen Musikstilen wie z.B. dem Jazz. Der Schweizer Vokalkünstler und Komponist Andreas Schaerer, mit dem wir im Januar 2016 während des Musiksymposiums in Haus Buchenried arbeiteten und ein Konzert im Jazzclub Unterfahrt spielten, hat uns erneut völlig unerwartete Facetten gezeigt. Er gewann unlängst den ECHO Jazz als »Sänger des Jahres International«. Aber das ist irreführend, denn »Sänger« alleine beschreibt nicht, was er tut. Er lässt sich nicht auf einen Stil oder eine Technik festlegen. Auch nicht auf eine Sprache. In einer Art Fantasiesprache aus poetisch klingenden Silben imitiert er Instrumente, singt und beatboxt – nicht selten auch alles gleichzeitig. Dann muss man tatsächlich zwei Mal hinsehen, um sich zu vergewissern, dass alles, was man gerade hört, aus einer Kehle kommt. Er ist Stimmakrobat, ohne darauf den Fokus zu legen. Wichtig bleiben Melodien und Rhythmen, die er größtenteils improvisiert. Diese Mischung macht seine Musik anspruchsvoll und extrem lebendig, aber auch unvorhersehbar. Eine Herausforderung für unsere Musikerinnen und Musiker, die mit ihm arbeiteten, diese freie, spontane Art des Musizierens ein Stück weit zu übernehmen.


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