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11 Was ist es, das die MPhil-Pateneltern von ihren ODEON-Patenkindern lernen? Wolfgang Berg: (lacht) Ganz, ganz viel! Die Arbeit mit den jungen Musikern hält jung, man könnte es als eine Art Jungbrunnen bezeichnen. Es macht unheimlich Spaß, diese unmittelbare und ursprüngliche Spielfreude und Spontaneität zu beobachten und die Orchestermitglieder musikalisch aufwachsen zu sehen. Für manche meiner Kollegen ist es zudem ein erster pädagogischer Zugang, der sie oft weiterführt. Es ist einfach ein Geben und Nehmen, wie bei echten Paten und über die Zeit entstehen Freundschaften. In den letzten Jahren hat das ODEON zahlreiche Preise gewonnen. Ist dir, Julio, einer davon besonders in Erinnerung geblieben? Julio Doggenweiler Fernández: Für mich ist der Wettbewerb in Wien 2010 sehr stark in Erinnerung geblieben. Wir haben die Wertung im Saal des Musikvereins gespielt. Schon als wir uns einspielten spürte ich, mit welcher Ehrfurcht und Konzentration das Orchester bei der Sache war. Dort haben wir den 1. Preis gewonnen. Beim Abschlusskonzert waren wir die letzten, die spielten und aus dem Orchester kam der Wunsch nach einer Zugabe (»Malambo« von Alberto Ginastera): Der Saal voller Jugendlicher tobte. Zugaben waren beim Abschlusskonzert eigentlich nicht erlaubt (lacht). Wir haben aber auch auf unseren Tourneen sehr viele wunderbare Erlebnisse gehabt – ich glaube, langsam sollten wir mit den Memoiren des ODEON beginnen ... Wolfgang Berg: ... aber jetzt freuen wir uns erst einmal auf den Deutschen Orchesterwettbewerb im Mai 2016. Julio Doggenweiler Fernández wurde in Santiago de Chile geboren. Nach seinem Querflötenstudium in Hannover und zwei weiteren Studienjahren in New York war er fünf Jahre lang 1. Soloflötist des Orquesta Sinfónica de Chile. Anschließend studierte er Orchesterleitung bei Prof. Rolf Reuter und Prof. Hermann Michael an der Hochschule für Musik und Theater in München. Meisterklassen bei Sergiu Celibidache rundeten sein Studium ab.


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