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10 heraus erwuchs letztlich der Wunsch, nach der Schule Bratsche zu studieren. Das Gemeinschaftserlebnis der Proben- und Konzertphasen hat mich jedes Mal begeistert und sozial gestärkt. Die Erinnerungen daran sind auch heute noch meine Hauptmotivation, mich als Dozent und künstlerischer Mentor zu engagieren. Im Jahr 2009 habt ihr die Orchesterakademie ins Leben gerufen. Was bedeutet es für das ODEON, selbst als »Pate« zu agieren? Wolfgang Berg: Uns ist es wichtig, dass die Jugendlichen schon früh lernen, auch selbst Verantwortung zu übernehmen. So können sie ihre Erfahrungen aus erster Hand weitergeben und schlüpfen in eine Vorbild-Rolle. Der Erfolg gibt uns recht: Der Andrang auf die Akademie ist riesig, wir können uns vor Anfragen kaum retten... Julio Doggenweiler Fernández: ... da stimme ich Wolfgang absolut zu. Außerdem habe ich gemerkt, dass wir für die Literatur, die wir spielen, eine Vorstufe einbauen müssen, um Jugendlichen den Einstieg in unser Orchester zu ermöglichen. Es gibt nur wenige Kinder, die schon mit neun, zehn Jahren wissen, mit welchem Ziel sie ein Instrument üben sollen. Wenn sie aber spüren, dass das gemeinsame Musizieren ein unglaublich tolles Erlebnis ist, bestärkt sie das, am Instrument weiterzuarbeiten. Das bekommen sie unmittelbar von den jungen Dozenten des ODEON vermittelt. Für diese ist es eine Chance, ihr Können weiterzugeben und sich auf diese Weise für andere zu engagieren. Heute besteht etwa ein Drittel des Orchesters aus ehemaligen Mitglieder der Orchesterakademie – das Modell funktioniert also fabelhaft. Wolfgang Berg bekam im Alter von fünf Jahren den ersten Violinunterricht bei seinem Vater und wechselte später zur Bratsche. In Köln und Aachen studierte er bei Rainer Moog und Hariolf Schlichtig. Seit 1990 ist Wolfgang Berg bei den Münchner Philharmonikern und engagiert sich ehrenamtlich als Mitglied des Spielfeld Klassik-Teams seit dessen Bestehen.


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