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9 Julio Doggenweiler Fernández: Wolfgang und ich kannten uns schon länger u.a. von vorherigen Projekten; auch ich hatte mit verschiedenen Jugendorchestern Erfahrungen sammeln können und dabei festgestellt, dass ich meine Ideen und Ansprüche – insbesondere an die Arbeit mit Jugendlichen – nur verwirklichen kann, wenn man die Strukturen selbst schaffen und verändern kann. Das geht am besten, wenn man gemeinsam mit den Akteuren, sprich den damaligen Musikern, etwas gänzlich Neues aufbaut und ich dann Überzeugungsarbeit leisten kann. Ich verstehe ein Jugendorchester in erster Linie als ein Orchester, das die jungen Musiker auch selbst mitgestalten und -verantworten. Die Musik aber steht im Mittelpunkt und damit meine ich das hohe gemeinsame musikalische Erlebnis, das wir von Konzert zu Konzert anstreben. Das ist der Kick, wenn man es so sagen will, der dieses Erlebnis so spannend macht: der sehr hohe musikalische Anspruch an jeden Musiker und an mich selbst. Wichtige Elemente sind darüber hinaus auch gegenseitiger Respekt, das Übernehmen von Verantwortung und die Mitgestaltung des Orchesters. Es reicht nicht, viele gute Instrumentalisten zu haben, um ein erfolgreiches Ensemble zusammenzustellen. Man muss sich einordnen können, teamfähig und einfühlsam sein. Das ist die große Herausforderung, der wir uns alle stellen. Wie war das bei euch, habt ihr selbst in einem Jugendorchester gespielt? Julio Doggenweiler Fernández: In Chile, meiner Heimat, gab es leider nur wenig Möglichkeiten, in Jugendorchestern zu spielen. Erst im Studium begann ich Orchestererfahrung zu sammeln. Wolfgang Berg: Als Jugendlicher hatte ich zunächst im Landesjugendorchester Rheinland-Pfalz gespielt, später dann auch im Bundesjugendorchester. Aus dieser Zeit


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