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19 Teilnehmer und Dozenten verschiedener kreativer Kurse wie z. B. Musik, Fotografie, Literatur und Tanz sammelten Inspirationen und Geschichten zu Haidhausen – Heimat des Gasteig, der Münchner Volkshochschule und der Münchner Philharmoniker. In mehreren Workshops und Arbeitsphasen entstand daraus ein modernes Musiktheater: eine szenisch-musikalische Performance aus Songs, Kompositionen, Liedern, Gedichten und Tänzen, geschaffen und aufgeführt von den Kursteilnehmern und Partnern. Mitglieder des ODEON-Jugendsinfonieorchesters München und die Blasmusik der Münchner Philharmoniker unter der Leitung von Albert Osterhammer, Bassklarinettist der Münchner Philharmoniker, waren Teil der ungewöhnlichen Performance und wirkten bei der Aufführung am 5. Juni 2016 mit. Wir haben das Leitungsteam in den Endproben besucht. Warum habt ihr das Stück »GAACH« genannt? Dietmar Wiesner: Das war Zufall. Bei einer Stadtführung vor über drei Jahren wurde erzählt, dass der Gasteig seinen Namen vom »gaachen«, also »steilen« Steig hat, an dem er gebaut wurde. Das blieb bei uns einfach hängen. Damit hatten wir ein thematisches Zentrum und dann war es naheliegend, Haidhausen zum Thema zu machen. Bei dieser Führung erfuhren wir auch, dass gerade dieses Stadtviertel einen starken Migrationshintergrund hat, weil hier immer wieder viele Gastarbeiter aus dem europäischen Ausland ihr Glück suchten. Partizipation ist im Educationbereich sehr wichtig und gleichzeitig eine große Herausforderung. Wie war das bei diesem Projekt? Cathy Milliken: Ein Partizipationsprojekt in einem Festival wie der Münchener Biennale zu wollen und aufzubauen, ist bereits ein tolles Zeichen. Denn die Umsetzung ist bei einem Projekt dieser Größenordnung nie leicht und immer auch ein Risiko. Hier traf der Wille auf die extrem hilfreiche Festivalstruktur und große Unterstützung. Insofern ist es eine glückliche ›Hochzeit‹, denn das Besondere ist, dass wir mit Personen aus verschiedensten Communities arbeiteten, die aus allen möglichen Richtungen und sozialen Hintergründen kommen, aber wahrscheinlich von sich aus nicht die Biennale besuchen würden. Das sind meist Personen, die vielleicht Musik machen und sich für Kunst interessieren, aber nie daran gedacht hätten, selbst bei einem so großen Projekt mitzuwirken und etwas Neues zu schaffen. Dietmar Wiesner: Das Projekt ist generationsübergreifend und die unterschiedlichen Institutionen und Partner lernen sich kennen: die Münchner Volkshochschule, ein Schulchor, eine Gruppe von Refugio, Musiker des ODEON-Jugendsinfonieorchesters und schließlich die Blasmusik der Münchner Philharmoniker unter der Leitung von Albert Osterhammer. Bei den ersten Austauschtreffen haben wir schnell gemerkt, dass hier tolle Verbindungen entstehen. Cathy Milliken: Genau, diese Verbindungen entstehen auch zwischen den Genres, denn durch die verschiedenen Kurse der Cathy Milliken ist Oboistin, international gefragte Komponistin und Mitbegründerin des Ensemble Modern. Von 2005 bis 2012 leitete sie das Education-Programm der Berliner Philharmoniker.


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