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SPIELFELD 8

7 Ein Gespräch mit Valery Gergiev ÜBER KINDHEITSTAGE UND KARRIERE. Hatten Sie jemals etwas wie einen Plan B für den Fall, dass Sie als Dirigent keine Karriere machen würden? Nein, ich hatte niemals die Absicht, ein großer Dirigent zu werden. Aber ich war fasziniert von der Kunst der großen Dirigenten in der Sowjetunion, wo ich aufwuchs. Dort gab es im Fernsehen jeden Tag klassische Musik zu sehen. Wir wuchsen nicht mit Mobiltelefonen, Youtube oder Internet auf, also war dieser Schwarz-Weiß-Fernseher von großer Bedeutung für die Familien. Ich hatte das Glück, gegen acht oder neun Uhr abends – zur besten Sendezeit – einige dieser wirklich großen Konzerte zu sehen von Herbert von Karajan, Jewgeni Mravinsky oder Leonard Bernstein. Aber nicht nur Dirigenten, sondern auch Künstler wie David Oistrach oder Sviatoslav Richter waren regelmäßig zu sehen. Das hat mich sehr inspiriert. Sie sind nun seit zwei Jahren Chefdirigent der Münchner Philharmoniker. Welche Wünsche und Erwartungen haben sich bereits erfüllt und welche Ziele gibt es noch, die Sie erreichen wollen? Wir sind bereit, viel Zeit und Energie in die Begeisterung unserer Besucher zu investieren, ganz besonders gilt das für Kinder. Wir wollen die Anzahl von Konzerten für Kinder immer weiter erhöhen, damit haben wir schon begonnen. Die Aufführungen des berühmten symphonischen Märchens »Peter und der Wolf« während des Festivals MPHIL 360° bestärkten mich von der immensen Bedeutung dieser Sache. Es ist gut, dass wir uns darüber so im Klaren sind.


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