Page 26

SPIELFELD 8

24 Musiktage in Haus Buchenried: »Spielfeld Klassik fragt ...« CATHY MILLIKEN — DIE VIELSEITIGE MUSIKERIN UND KOMPONISTIN IN SACHEN EDUCATION UND PARTIZIPATION IM GESPRÄCH. Licht aus Andreas Kolb, Chefredakteur der neuen musikzeitung (nmz) und Autor, moderiert die Musiktage im Mai 2017. Er schildert uns seine persönliche Assoziation zum diesjährigen Thema, dem Wechselspiel von Hören und Sehen, von purem Klang und musikszenischer Aktion. Beethovens »Sonate Nr. 1 in f-Moll, 2. Satz« – das heißt für mich nicht etwa: Das ist doch der langsame Satz aus Beethovens erster Klaviersonate, die er seinem Lehrer Haydn gewidmet hatte. »Sonate Nr. 1 in f-Moll, 2. Satz« heißt für mich bis heute: Die Fensterläden schließen, das Licht ausmachen, langsam im Dunkeln zum Klavier gehen ohne sich einen blauen Fleck zu holen, hinsetzen, dann die Hände auf die Tasten legen und spielen. Mein Klavierlehrer legte größten Wert darauf, dass man die Musik nicht sehen sollte, weder in den Noten, noch durch Blicke auf die Finger, die sich über die Tasten bewegten. Tastsinn und Motorik waren gefragt, vor allem aber ein inneres Bild der Partitur, im besten Fall der harmonischen Abläufe. »Sehen? Das lenkt nur ab. So funktioniert Musik machen« – und eigentlich hatte er Recht. Ich will an dieser Stelle nicht darauf eingehen, wie viel Takte weit ich jeweils bei den unzähligen Versu


SPIELFELD 8
To see the actual publication please follow the link above