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23 wand ist alles in allem sehr hoch, weil man die einzelnen Stimmen nicht alleine anhand der Notation zusammensetzen kann. Mit ein bis zwei Tuttiproben ist es hier also nicht getan. »Das Proben beginnt eigentlich erst wirklich, wenn man seine Stimme in Relation zu den anderen hört. Erst dann erfasst man das Stück, denn drei Seiten über gleiche Noten sind keine Seltenheit.« Eine Musik, die einen stark repetitiven Charakter hat kann auch körperlich eine Herausforderung sein. Bei den Konzerten, die unsere Schlagzeuger mit diesem Programm gaben, konnte man in der Garderobe etwas häufiger als sonst Dehnungsübungen, Yoga, Meditation u.ä. beobachten. Auf der Bühne dann die präzise Einrichtung des Instrumentariums. »Gerade ›Marimba Phase‹ kann es einem besonders schwer machen. Man ist über 20 Minuten in einer Art ›musikalischer Zwangsjacke‹ und die kleinste Korrektur ist unmöglich. Selbst den eigenen Stand kann man nach dem ersten Ton nicht mehr korrigieren. Wenn man dann merkt, dass man zu weit weg vom Instrument steht oder ein Schlägel nicht perfekt in der Hand liegt, wird das eine sehr unangenehme Zeit. Ich habe in den Proben zum Beispiel versucht mir bewusst zu machen, mit welcher Körperhaltung ich mir minimalen Spielraum verschaffe. Also zum Beispiel relativ stark in die Knie zu gehen und den unteren Rücken locker zu lassen. Diese Haltung muss dann sofort und exakt abrufbar sein, daher muss man auch das üben.« Das erinnert an den berühmten Schlagzeugpart im ›Bolero‹, da gibt es nach dem ersten Ton auch kein Zurück für den Schlagzeuger. Sebastian überlegt kurz – »Stimmt schon ein bisschen, aber der Bolero dauert nicht so lang!«


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