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7 In deiner Vorstellung im Jahresprogramm schreibst du, dass du Klavierspielen nicht mochtest – da warst du erst acht Jahre alt, jetzt bist du gereift. Würdest du heute gerne ein Instrument können und wenn ja, welches? Oh ja! Ich würde gerne Klavier und Geige spielen können: Klavier, weil man dazu so gut singen kann und Geige, weil sie so schön klingt und aussieht. Gab es für dich ein musikalisches Schlüsselerlebnis? Mein erstes Konzert. Tina Turner live in Hannover. Ein tiefer Bass ertönte, eine riesige Showtreppe wurde zu den Klängen von »Steamy Windows« heruntergefahren, oben erschien die Queen of Rock, schritt in einem Hauch von Nichts seitlich die Treppe herunter und schrie: »Hiiiiiii everybody!« So etwas hatte das Dorfkind (damit bin ich gemeint) vorher noch nicht gesehen und gehört. Welche Musik hörst du, wenn dich keiner belauscht? Hahaha – was für eine schlaue Frage! Fast wäre ich darauf reingefallen. Tatsächlich ist es aber nichts, was ich verstecken müsste. Die Modern Talking-Zeiten liegen lange hinter mir. Ich höre zum Entspannen gerne Jazz und Chanson. Bach, Beethoven, Brahms oder Stockhausen – für welche Musikepoche schlägt dein Herz? Bach. Nun moderierst du die Jugendkonzerte ab 2015/16. Wie hast du dich auf die Saison vorbereitet? Ich habe mir die Gehörgänge durchpusten lassen. Will ja keinen Ton verpassen. Außerdem habe ich ein knallhartes Fitnessprogramm begonnen, höre täglich mindestens 25 Stunden Klassik und war beim Frisör. Andreas Korn Moderator des Europamagazins »yourope« auf arte, Außenreporter bei »Zimmer frei« (WDR) sowie erfolgreicher Journalist und Autor. Auf was freust du dich besonders? Ich freue mich am meisten auf das »hinter die Kulissen gucken«. Was bewegt die Künstler vor und nach dem Auftritt? Was passiert da eigentlich überhaupt backstage? Wie funktioniert so ein großes Haus? Und wie schmeckt wohl das Essen in der Kantine? Was möchtest du herausfinden? Ich möchte lernen und so viel ich kann an die Besucher der Jugendkonzerte weitergeben. Es gibt viel zu viele Berührungsängste mit der Klassik. Die möchte ich gemeinsam mit dem Publikum überwinden. Falls das überhaupt nötig ist. Dann bist du also auf dem besten Weg zum Konzert-Spezialisten. Was meinst du, wird Mozart auch in 100 Jahren noch gespielt? Aber natürlich. Zeitlos gut. Wie sehen klassische Konzerte in 30 Jahren aus? Ich glaube, dass vor allem die Verbreitungsform sich ändern wird, nicht unbedingt der Inhalt. Fernsehen gucken viele jüngere Leute nur noch auf dem Computer als Stream. Der Inhalt bleibt dabei trotzdem der Gleiche. Klassische Musik wird auch neue Wege beschreiten, vielleicht immer öfter den Weg raus aus den festen Häusern finden, aktiver auf das Publikum zugehen.


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